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Punks und Piercing

Piercings als Zeichen gegen die Gesellschaft und Einheitsnorm

In London tauchten im Jahre 1975 sehr merkwürdige Menschen aus, es waren junge Männer und Frauen mit zerrissenen Hosen. Ihre Haare waren bunt gefärbt und sie waren mit Ketten behangen. Das war aber noch nicht alles, sie hatten auch Löcher in den Wangen, der Nase und den Ohren und trugen Sicherheitsnadeln oder Schmuck darin. Die Punks waren geboren, aber nicht angesehen!

Die Punks wollten einfach provozieren und übertraten die Normen und kleideten sich nicht nur anders, sondern verhielten sich auch anders. Vor dem Auftauchen der Punks, waren Piercings in England höchstens mal eine kurzfristige Modeerscheinung, die man bei den rückständigen Kulturen sehen konnte, bei Homosexuellen oder gar Perversen, wie die Menschen verschrien wurden. Deshalb gab es während der Thatcher –Ära auch ein totales Piercing Verbot.

Piercing als Zeichen der Abgrenzung

Die Punks sahen sich als eine eigene Gesellschaft und wollten einfach anders sein. Ebenso wollten Sie die Zugehörigkeit zu ihrer Gruppe zeigen. 1975 tauchten auch in Kalifornien seltsame Personen auf, die sich Modern Primitives nannten und nichts anderes waren, als unsere Punks. Sie kamen aus den verschiedensten Schichten, piercten sich, mochten die Sadomaso-Szene. Doug Maloy, ein reicher Musikproduzent, ist der Motor hinter Modern Primitives und ist auch einer der Begründer des heutigen Piercings. Er war ein Mann, der in zwei Welten lebte. Auf der einen Seite hieß er mit bürgerlichen Namen Richard Symington und war augenscheinlich glücklich verheiratet und konnte seine homosexuelle Neigung verbergen. Auf der anderen Seite aber sammelte er dann in seiner Villa einige Freunde, die ebenso wie er waren und alle verzierten sich mit Ringen. Der Fakir Musafar war einer der Gäste, der schon von Kindheit an die Körpermodifikationen von Stammeskulturen am eigenen Leib nachmachen wollte. Er prägte den Namen Modern Primitive und so entstand die Bewegung für die Menschen, die der normalen Bewegung den Rücken kehren wollten. Dabei ging es aber nur darum, die Gewalt über den eigenen Körper an sich zu reißen.

1975 der erste Industriell hergestellte Piercingschmuck

Auch Jim Ward war ein Pionier und enger Freund Maloys, der sich bei ihm auch ein Darlehen nahm und im Jahre 1975 den ersten industriell hergestellten Piercingschmuck auf den Markt brachte. Er erfand auch den Ball Closure Ring, den es bekanntlich ja noch heute gibt. Dieser Mann machte mit einem Postversand und den ersten Piercingshop überhaupt in Los Angeles die Piercings allen Menschen zugänglich. Außerdem gründete er im Jahre 1978 die Zeitschrift Piercing Fans International Quarterly (PFIQ), die erst heimlich an Interessierte schickte und hinterher auch legal.

Alan Oversby hingegen sorgte dafür, das Piercings im Untergrund von Großbritannien erhältlich waren, da das Piercen dort verboten war, bis in die jüngste Zeit! Oversby hatte ebenfalls Malloy regelmäßig besucht, der leider schon im Jahre 1978 verstarb.

All die erwähnten Personen sorgten für Mythen rund um das Piercing. Außerdem brachten sie auch religiöse Elemente mit ins Spiel, was gerade in den 70er Jahren viele Menschen ansprach.

1989 wird das Piercing durch das Buch Modern Primitives zum Kult

Im Jahre 1989 gab es für das Piercing einen Durchbruch, da das Buch Modern Primitives von V.Vale und Andrea Juno erschien. Viele Fotos und Interviews verzauberten die Menschen. Viele von ihnen wollten sich diesen neuen Stamm anschließen. In der heutigen Zeit distanzieren sich manche Kulturen von der Aneignung der Bräuche über Weiße, da diese ihnen viel zu viel genommen haben. So ließen zum Beispiel die Indianerverbände das Showperformances von Suspensions „Sundance“ verbieten. In der Sicht der Indianer verständlich, denn bei ihnen war es ein Ritual und bei anderen sollte es den Unterhaltungszwecken dienen!

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