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Piercing Rituale der Indianer

In Nordamerika gab es zu früheren Zeiten viele Indianerstämme.  Die früheren Indianerstämme hatten verschiedene Rituale, darunter auch das Piercing. Es gab einige reisende Künstler, wie Karl Bodmer, die über Indianer und ihre Rituale Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentierten. Darunter das O Kee Pa Ritual, von den Mandan Indianern durchgeführt. Leider ging dieser Stamm etwas später an einer eingeschleppten Epidemie zugrunde.

Bei dem Ritual auf jeden Fall ging es darum, jungen Männern Pflöcke durch die Brust zu bohren. Dann mussten sie sogar eine ganze Zeit daran hängen. Nach dieser wirklichen Tortur waren sie neugeborene Krieger und ein vollwertiges Mitglied des Stammes. Wer das Ritual durchgestanden hatte, durfte heiraten. Hier geht es also um ein Piercing für einen Lebensabschnitt. In den 1980er Jahren stellten Angehörige der Modern Primitive Bewegung dieses Ritual nach und erhielten eine Klage von Indianerorganisationen. Die Organisation gewann und die Nachstellung wurde verboten. Die Zeremonie wurde sogar in einem Film nachgespielt und dadurch bekannt. Der Film nennt sich „ Ein Mann, den sie Pferd nannten“ den Elliot Silverstein im Jahre 1969 drehte. Ethnologisch war der Film zwar nicht korrekt, dafür stellte Silverstein das Ritual intensiv mit all dem Schmerz vor. Er mischte einige Elemente der Sioux-Stämme und ihre Rituale in den Film ein, die ähnlich waren. Der Sundance der Sioux wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Regierung verboten. Aber er wurde dennoch heimlich ausgeübt und ist gerade Ende der 1960er Jahre extrem aufgeblüht und ins Licht der Öffentlichkeit geraten. Der Autor Thomas E. Mails wurde sogar Zeuge eines solchen Rituals und das im Jahre 1974. Er veröffentlichte ein Buch namens Sundancing- The Great Sioux Piercing Ritual. Dort stellt er natürlich die Zeremonie vor. Sie wird immer im Sommer bei Vollmond durchgeführt und männliche Sioux gehen auf die spirituelle Reise. Diese Reise endet am Ende des Rituals mit einem Piercingritual. Dafür steht in der Mitte eines Platzes ein Baum, nicht irgendeiner, sondern ein heiliger Baum oder ein Pfahl. Um diesen werden Schwitzhütten aufgebaut und darin reinigen sich Betende und bereiten sich mental vor. Anschließend wird ihnen dann an zwei Stellen der Brust mit einem Messer die Haut aufgeschnitten. Dann wird der Holzpflock oder eine Adlerklaue hindurchgestoßen. Mit Lederstreifen kann so der Betende an den heiligen Baum gebunden werden. Er versucht sich loszureißen, bis die Haut nachgibt. Mail berichtet in seinem Buch, dass die Betenden ihm mitteilten, dass dieses Ritual mit großen Schmerzen verbunden ist. Aber die Menschen hielten die Schmerzen aus, Visionen und auch Gebete zum Wohl der Familie, haben ihnen dabei geholfen.

Man sieht hier klar die Parallele zum Thaipusam der Tamilen, denn auch hier geht es um das Leiden und zwar das öffentliche Leiden. Und doch gilt das Ritual dem Wohle der Gemeinschaft.

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