Urteil Piercing Schmuck Tattoo Gesetz Minderjährige
Urteil Piercing Schmuck Tattoo Gesetz Minderjährige Daniel Jedzura/shutterstock.com

Piercing Urteil Minderjährige

Das Amtsgericht Lichtenberg hat für Aufsehen gesorgt und eine Gerichtsverhandlung mit viel Publikum gehabt! Der Grund dafür ist der, dass die kleine Antonia mit drei Jahren die Ohren durchgestochen bekommen hat und die Eltern Schmerzensgeld eingefordert haben.

Am 16.12.2011 hat Antonia in einem Tattoo Studio in Lichtenberg leiden müssen, weil sie sich Ohrlöcher gewünscht hat. In diesem Studio wurde die Prozedur von zwei Mitarbeiterinnen durchgeführt, die sogar noch die Eltern gewarnt haben, dass die Kleine weinen könnte, wenn sie den Knall hören würde und die Schmerzen verspürt. Dies traf auch zu, dass kleine Mädchen hat enorm geweint, aber leider ging die Prozedur auch schief, die Stecker saßen schief und rechts musste der Stecker wieder raus. Antonia, so die Eltern, habe traumatisch auf das Geschehen reagiert. Deshalb wurde Klage eingereicht, auch wenn es zu keiner Entzündung kam.

Die Eltern haben in der Tat 70 Euro Schmerzensgeld für Antonia erhalten, aber nun steht die Frage im Raum, ob die Einwilligung der Eltern für die Ohrlöcher dem Wohle des Kindes diene. Der Richter Uwe Klett (50 Jahre) sieht das zweifelhaft und fragte sich auch, warum das Studio nicht abgelehnt hat. Immerhin gab doch die Chefin selbst bekannt, dass bei 99 Prozent aller Kinder in diesem jungen Alter das Piercen sehr schwierig wäre. Auch wenn es in Antonias Fall zwischen den Anwälten und der Studio Chefin einen Vergleich gab und Antonia diese 70 Euro erhalten hat, ist nun ein heikles Thema aufgekommen. Sogar Mediziner warnen vor dem Risiko des Ohrloch-Stechens und wollen dies sogar verbieten lassen. Man nennt es Körperverletzung an Kindern, denn immerhin können diese noch nicht wirklich entscheiden, was gut für sie ist und was sie wollen. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte schlägt daher eine Altersgrenze bei 14 Jahren vor. Noch gibt es diese Altersgrenze nicht und man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Auch Antonias Fall wird wohl noch etwas weitergehen, denn der Richter wird wohl den Fall an die Staatsanwaltschaft weiterreichen, um überprüfen zu lassen, ob sich die Eltern und auch das Studio nicht strafbar gemacht haben!

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Jan Oliver Fricke
Als Inhaber und Autor des Bodyartnet Tattoo & Piercing Magazins beschäftige ich mich seit vielen Jahren intensiv mit der faszinierenden Welt der Körperkunst. Mein besonderes Interesse gilt dabei den Themen Tattoos, Piercings, Tattoo-Motiven, Stilrichtungen, Künstlern sowie den kulturellen und historischen Hintergründen dieser einzigartigen Ausdrucksformen. In meinen Beiträgen stelle ich aktuelle Trends, beliebte Motive, neue Techniken und Entwicklungen der Tattoo- und Piercing-Szene vor. Gleichzeitig ist es mir wichtig, Leserinnen und Leser umfassend über Themen wie Pflege, Gesundheit, Risiken, Materialkunde und die Auswahl seriöser Studios zu informieren. Für meine Recherchen verbinde ich praktische Erfahrungen, Fachwissen, aktuelle Quellen und moderne digitale Recherchemethoden. Dabei nutze ich auch künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug zur Analyse und Aufbereitung von Informationen. Die journalistische Prüfung sowie die inhaltliche Verantwortung liegen dabei stets bei mir persönlich. Mein Ziel ist es, Einsteigern und erfahrenen Tattoo- und Piercing-Begeisterten gleichermaßen fundierte Informationen, Inspirationen und wertvolle Entscheidungshilfen rund um die Welt der Körperkunst zu bieten.