Piercing Maya und Azteken
Piercing Maya und Azteken ChameleonsEye/shutterstock.com

Mittelamerika war eine Hochburg des Piercings, gerade im heutigen Mexiko, bevor die spanischen Konquistadoren durch Land gezogen sind und gemordet und Brände gelegt haben, gab es viele weit entwickelte Hochkulturen, über die man immer noch zu wenig weiß. Es steht auf jeden Fall fest, dass sie ein intensives Bedürfnis zur Ornamentation hatten.

Außerdem gab es eine lange Tradition von Ritualen, die recht blutig waren, sie auch von Menschenopfern und sogar Kanabalismus.

Eroberer im 16. Jahrhundert berichteten auch von permanenten Piercings von Zunge, Ohren, Wangen und sogar den Genitalien. Somit gab man sein eigenes Blut als Opfer für die Götter. Es gibt einige erhaltene Steinreliefs, die von den Blutopfern berichten, die als Nahrung für die Götter und für die Selbstreinigung erbracht wurden. Man durchstach damals mit Dornen, Ahlen und auch Obidianmessern die Körperstelle, und mit einem Seil wurde die Öffnung für eine bestimmte Dauer offen gehalten, damit man das ausströmende Blut sammeln konnte. Es gab aber auch Stämme, bei denen die Körpermodifikation zur Einschüchterung des Feindes erbracht wurde oder auch für Schmuck. Sogar Steinkulturen der Olmeken, die über 3000 Jahre zurückreichen, zeigen die geweiteten Ohrläppchen und das extrem.

Ebenso wird von huaxtekischen Kriegern im 16. Jahrhundert berichtet, die Septumringe trugen, die eine immens Größe vorzuweisen hatten. Und auch schon im Babyalter trug man spitzgefeilte Zähne und ähnliches. Auch die Zapoteken, Totonaken, Tarskesen und auch Aztken trügen schon Ohrtummel die gedehnt wurden und ebenso auch Lippenplöcke. Alles in verschiedenen Varianten und sehr beeindruckend. Dabei waren Material und Ausführung des Piercings immer abhängig von der gesellschaftlichen Stellung. Heute gibt es einige Museen in den verschiedensten Städten, darunter auch Berlin und Mexiko-City, wo man sich die Piercingstücke von damals anschauen kann. Ob nun einfache Scheiben aus Ton oder hakenförmige Stäbe aus verschiedenen Materialien.

- Werbung -
Anzeige

No products found.

Vorheriger ArtikelPiercing beim Arzt?
Nächster ArtikelPiercing Preis (Piercing stechen)
Jan Oliver Fricke
Als Inhaber und Autor des Bodyartnet Tattoo & Piercing Magazins beschäftige ich mich seit vielen Jahren intensiv mit der faszinierenden Welt der Körperkunst. Mein besonderes Interesse gilt dabei den Themen Tattoos, Piercings, Tattoo-Motiven, Stilrichtungen, Künstlern sowie den kulturellen und historischen Hintergründen dieser einzigartigen Ausdrucksformen. In meinen Beiträgen stelle ich aktuelle Trends, beliebte Motive, neue Techniken und Entwicklungen der Tattoo- und Piercing-Szene vor. Gleichzeitig ist es mir wichtig, Leserinnen und Leser umfassend über Themen wie Pflege, Gesundheit, Risiken, Materialkunde und die Auswahl seriöser Studios zu informieren. Für meine Recherchen verbinde ich praktische Erfahrungen, Fachwissen, aktuelle Quellen und moderne digitale Recherchemethoden. Dabei nutze ich auch künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug zur Analyse und Aufbereitung von Informationen. Die journalistische Prüfung sowie die inhaltliche Verantwortung liegen dabei stets bei mir persönlich. Mein Ziel ist es, Einsteigern und erfahrenen Tattoo- und Piercing-Begeisterten gleichermaßen fundierte Informationen, Inspirationen und wertvolle Entscheidungshilfen rund um die Welt der Körperkunst zu bieten.