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Der Vorgang der Tätowierung besteht grundsätzlich in einer
Punktierung der Haut, wobei gleichzeitig mit dem Durchstechen ein
Farbstoff in die Haut eingebracht wird. Hierbei ist darauf zu achten,
dass der Stich weder zu oberflächlich noch zu tief angebracht wird. Im
ersten Fall würde der eingelagerte Farbstoff lediglich in die Zelllagen
der Epidermis
eingebracht werden. Dies hätte zur Folge, dass bei der fortwährenden
Erneuerung dieser Hautschicht ein Abwachsen und eine Abstoßung der
Farbteilchen nach außen gleichzeitig mit den Epidermiszelllagen
erfolgen würde. Im zweiten Fall, wenn also der Stich zu tief in die
Haut vorgenommen wird, kommt es durch die auftretenden Blutungen zu
einem Auswaschen der Farben. Dauerhaft haltbar sind diejenigen Farbpigmente, die in der mittleren Hautschicht (Dermis) und zwar im Zelltyp der Fibroblasten eingelagert sind.
Die im Westen gebräuchlichste Methode ist das Arbeiten mit einer
elektrischen Tätowiermaschine. Hier wird z. B. mit Hilfe zweier Spulen
ein Magnetfeld erzeugt, das eine Anzahl feiner, an eine Stange
gelöteter Nadeln schnell vor- und rückwärts bewegt. Eine weitere
Tätowiermaschine arbeitet mit einem Elektromotor, der über einen Exzenter
die Auf- und Abwärtsbewegung erzeugt. Diese Maschinenart wurde um 1970
von den Tätowierern Horst H. "Samy" Streckenbach und Manfred Kohrs
entwickelt und gebaut.
Die Geschwindigkeit ist abhängig von den einzelnen
Tätowiermaschinen, der Technik und dem gewünschtem Effekt, z. B. Linien
oder Schattierungen, liegt aber zwischen ca. 800 bis 3.500 Bewegungen
pro Minute. Die Tinte hält sich dank einer Kapillarwirkung zwischen den
Nadeln und wird durch die Schnelligkeit der Bewegung ähnlich leicht in
die Haut gebracht wie beim Zeichnen mit einem Stift auf Papier. Im
Gegensatz zum Papier wird die Haut aber mit der einen Hand unter
Spannung gehalten, die andere Hand bringt das Bild ein.
Der Ablauf des Tätowierprozesses sieht in der Regel so aus, dass zu Beginn die Umrisse, sogenannte Outlines,
mit einer dünnen Nadel in schwarzer Farbe gestochen werden und in einem
zweiten Schritt diese dann mit Farbe gefüllt werden. Zum Füllen werden
je nach Feinheit der Muster Nadeln unterschiedlicher Dicke verwendet.
Neben dieser Technik des Tätowierens existieren noch viele weitere
Möglichkeiten, dauerhafte Hautzeichnungen herzustellen. Zu nennen wäre
hier beispielsweise das Einschneiden der Haut und ein Einreiben der
Wunde mit Tinte, Asche oder sonstigen farbgebenden Stoffen (s.g. Cutting), oder das Tätowieren mit Nadel und Faden,
bei dem eine mit Faden umwickelte Nähnadel in Tinte getaucht und dann
in die Haut gestochen wird. Zurück bleiben hierbei die typischen
sogenannten Knast-Tattoos – unter der Haut verlaufene Tintenkleckse formen die berühmten drei Punkte, Tränen, Namenszüge oder primitive Bildchen.
Es gab und gibt in der langen Geschichte der Tätowierung aber noch
andere manuelle Tätowiertechniken. Bei den Völkern Polynesiens war eine
Art Tätowierkamm gebräuchlich, der aus verschiedenen Pflanzenteilen
oder Knochen hergestellt wurde und an einem langen Stab befestigt war.
Die Spitzen des Kammes wurden durch rhythmisches Schlagen auf den Griff
in die Haut getrieben, wo sie eine Tinte gemischt aus Wasser und Asche
oder verbrannten Nüssen einbrachten. Diese Kämme gab es in
unterschiedlichen Breiten, sie hinterließen aber immer Linien, niemals
Punkte.
Die Irezumi genannten traditionellen japanischen
Tätowierungen werden auch heute noch häufig manuell gefertigt, obwohl
sich westliche Tätowiermaschinen auch in Japan
längst großer Beliebtheit erfreuen. Hierzu dienen Nadeln, die, wie bei
einem Pinsel, an langen Bambusgriffen befestigt sind. Diese Technik
erfordert sehr viel Übung, erlaubt aber dem Meister, der sie
beherrscht, durch Variation in der Tiefe des Stiches seine
Tätowierungen mit großer Präzision und Kontrolle herzustellen.
Die Inuit hingegen zogen mit Farbe getränkte Fäden oder Sehnen unter der Haut hindurch, um eine dauerhafte Zeichnung zu erhalten.
(QUelle:www.wikipedia.org)
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