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Die Nase ist durch ihren zentralen Sitz im Gesicht ein echter Hingucker. Ihre Form und Größe prägen das Gesicht ganz wesentlich. Und anhand der Nase lassen sich Gesichter sehr gut charakterisieren — was Karikaturisten sehr wohl zu nutzen wissen! Eine Nase, die zu groß, krumm, höckerig oder sonstwie unschön gestaltet ist, kann ihrem Besitzer sehr viel Kummer bereiten. Auffällige Nasen provozieren nämlich oft angeblich witzig gemeinte Bemerkungen, die aber sehr beleidigend und kränkend sein können.
Plastische Nasenoperationen gab es schon in vorchristlicher Zeit.
Wie sehr eine missgestaltete Nase ein Gesicht entstellen kann, wusste man auch schon in vorchristlicher Zeit: Dieben, Ehebrechern und Verrätern schnitt man zur Strafe kurzerhand die Nase ab. Damit waren die Bestraften für immer stigmatisiert und jedermann konnte schon von weitem sehen, dass der Betreffende mit den Gesetzen in Konflikt geraten war. Kein Wunder, dass man schon vor rund 2500 Jahren versucht hat, fehlende Nasen operativ zu ersetzen. Auch die Syphilis und andere Infektionskrankheiten führten zu Nasendeformitäten, die man operativ zu beheben suchte.
Was kann korrigiert werden?
Heute können die unterschiedlichsten störenden Nasenmerkmale operativ beseitigt oder verbessert werden, z. B.:
• Korrektur einer Höcker-/Langnase,
• Begradigung einer schiefen Nase,
• Verschmälerung einer zu breiten Nase,
• Korrektur einer unschönen Nasenspitze,
• Auffüllung von Einsenkungen (z. B. bei einer Sattelnase).
Manchmal liegen zusätzlich zu der ästhetisch unschönen Nasenform auch nocfh eine verkrümmte Nasenscheidewand oder zu große Nasenmuscheln vor, die die Nasenatmung behindern. Auch dieses Problem kann bei der Nasenkorrektur gleich mitbehoben werden.
Wie sieht die Wunschnase aus?
Vor einer Nasenoperation vermisst der Chirurg die Nase des Patienten genau. Wenn bestimmte Winkel eingehalten werden, wirkt eine Nase harmonisch: Beispielsweise sollte der Winkel zwischen Oberlippe und Nase bei Frauen etwa 105 Grad betragen, bei Männern ungefähr 90 bis 95 Grad. Solche Zahlen können aber nur Anhaltspunkte geben. Ein guter Schönheitschirurg verpasst seinen Patienten keine Einheitsnasen, sondern formt jede Nase so, dass sie sich harmonisch in das jeweilige Gesicht fügt und zu ihrem Träger passt. Ein markantes Gesicht verlangt eine andere Nase als ein eher rundes, weiches. Auch Körpergröße und Körperbau des Patienten spielen eine Rolle, wenn es darum geht, die ideale Nasenform festzulegen. Ganz wichtig ist, dass Arzt und Patient vor dem Eingriff genau besprechen, wie die Nase werden soll und dass die Erwartungen des Patienten mit dem technisch Machbaren in Einklang zu bringen sind.
Nasenkorrekturen gehören zu den am häufigsten verlangten Schönheitsoperationen. Sie sind technisch anspruchsvoll und erfordern vom Operateur sehr viel Sorgfalt und Fingerspitzengefühl.
So wird's gemacht
Vor einer ästhetischen Nasenoperation muss der Arzt überprüfen, ob die Nasenschleimhaut in Ordnung ist und die Nasenatmung einwandfrei klappt. Außerdem empfehlen sich Allergietests (weil Allergien häufig die Nasenschleimhaut beeinträchtigen), eine Geruchs- und Geschmacksprüfung sowie Röntgenaufnahmen der Nase. Fotografien dokumentieren, wie die Nase vor der Operation ausgesehen hat.
Operiert wird in der Regel in Vollnarkose. Sehr häufig können die erforderlichen Schnitte in die Schleimhaut der Nasenvorhöfe gelegt werden, sodass man sie später von außen nicht sieht. Je nach Eingriff können auch kleine Schnitte z. B. am Nasenflügelansatz notwendig werden.
Durch die Schnitte in der Schleimhaut führt der Chirurg spezielle Operationsinstrumente ein, mit denen er die Weichteile der Nase abpräpariert und sich so Zugang zum Nasenskelett verschafft. Auf diese Weise können z. B. die knöchernen und knorpeligen Anteile eines Nasenhöckers abgetragen, eine unschöne Nasenspitze korrigiert oder eine Sattelnase mit Knochen oder Knorpel aufgefüllt werden. Wenn notwendig, korrigiert der Chirurg die Nasenscheidewand oder verkleinert die Nasenflügel. Soll eine Höcker-/Langnase operiert werden, müssen die Nasenbeine von ihrer Basis abgelöst werden, weil nur auf diese Weise die Nase optimal verschmälert und ein filigraner Nasenrücken geformt werden kann. Verständlich, dass eine operativ völlig neu konfigurierte Nase nach dem Eingriff für einige Zeit behandelt werden muss wie ein rohes Ei!
Nachdem die Schnitte vernäht sind, werden Tamponaden in die Nasenlöcher eingelegt. Anschließend klebt der Operateur Spezialpflaster dachziegelartig auf den Nasenrücken auf. Der Pflasterverband soll für eine Kompression sorgen und Blutergüsse und Schwellungen verhindern helfen. Über den Pflasterverband kommt ein Nasengips und anschließend noch eine Kunststoffpelotte, damit die neue Nase gut geschützt wird.
Nach der Operation: 8 Tage absolute Ruhe einhalten!
Damit die Nase gut heilt, sollte sich der Patient 8 Tage lang ganz ruhig verhalten: wenig sprechen, nicht lachen und grimassieren, nichts Hartes kauen.
Schon während der Operation verabreichen wir ein Antibiotikum, um Infektionen zu vermeiden. Nach dem Eingriff nimmt der Patient dieses Medikament noch weitere 5 Tage ein. Nach 24 Stunden können die Tamponaden aus der Nase entfernt werden, und nach 6 bis 8 Tagen wechselt der Operateur den Gips - bei dieser Gelegenheit bekommt der Patient seine neue Nase erstmals zu sehen. Für weitere 4 Wochen klebt der Patient abends selbst einen dachziegelartigen Pflasterverband auf den Nasenrücken.
Erst nach einem halben Jahr ist eine operierte Nase völlig verheilt und so stabil wie vor dem Eingriff.
Muss man mit Komplikationen rechnen?
In den ersten beiden Wochen nach dem Eingriff kann es zu behinderter Nasenatmung kommen, weil die Schleimhaut noch geschwollen ist und Wundsekret absondert. Auch Nasenbluten ist möglich. Die an der Nasenspitze und Oberlippe, aber auch an der Nasenschleimhaut kann vorübergehend vermindert sein. Diese Gefühlsstörung bildet sich jedoch in der Regel von allein zurück. Verletzungen des Tränenkanals oder der Schädelbasis treten ebenso wie Defekte der Nasenscheidewand extrem selten auf. Komplikationen, die prinzipiell nach jeder Operation auftreten können, haben wir auf S. 14 beschrieben. Sollte der Patient mit dem Ergebnis der Nasenoperation nicht zufrieden sein, kann nach Ablauf eines Jahres nachkorrigiert werden.
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