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Unfälle, Operationen (auch Schönheitsoperationen) und manche Hauterkrankungen hinterlassen Narben auf der Haut - und oft auch auf der Seele. Besonders belastend sind entstellende Narben im Gesicht, weil sie neugierige Blicke und Fragen provozieren und den Betroffenen bei jedem Blick in den Spiegel an ein unliebsames Ereignis erinnern. Menschen mit Narben an gut sichtbarer Stelle entwickeln oft Minderwertigkeitskomplexe und vermeiden soziale Kontakte.
Narben mit starker Schrumpfungstendenz und unelastische Verbrennungsnarben können zudem zu ernsthaften Funktionseinbußen führen, etwa wenn sie über Gelenken sitzen und die Beweglichkeit stark einschränken. Und schließlich können sich in Narben Präkanzerosen, also Krebsvorstufen entwickeln, die behandelt werden müssen, um einer möglichen bösartigen Entartung zuvorzukommen.
Narben: haarfein und fast unsichtbar oder grob entstellend.
Je nach Entstehungsmechanismus und Abheilungstendenz unterscheidet man verschiedene Narbenarten. Feine Haarliniennarben erkennt man nur bei genauem Hinsehen - sie sind also Idealnarben und entstehen, wenn sie in den Hautspannungslinien liegen, der Chirurg eine sorgfältige Schnitt- und Nahttechnik anwendet und das Gewebe des Patienten optimal heilt. Auch glatte Schnittverletzungen ohne weitere Gewebsfzerstörung können Haarliniennarben hinterlassen.
Fadenstichkanalnarben entstehen, wenn Wundränder unter Spannung zusammengenäht werden oder wenn Fäden zu spät gezogen werden. Zur Narbendehiszenz kommt es, wenn Gewebe unter Spannung vernäht wird und die Narbe zu früh einer Zugbelastung ausge setzt wird: Folge ist eine breite, kosmetisch stö- rende und leicht eingesunkene Narbe. Atrophische Narben sind eingesunken, sie liegen also unter dem Hautniveau. Ursache ist ein unvollständiger Ersatz zugrunde gegangenen Bindegewebes. Hauterkrankungen wie Akne, Windpocken und - früher von großer Bedeutung - Pocken hinterlassen oft atrophische Narben. Das Gegenstück zur atrophischen Narbe ist die hypertrophe Narbe, die wulstartig über dem Niveau der umgebenden Haut liegt. Hypertrophe Narben entstehen während oder kurz nach der primären Wundheilung. Sie überschreiten das ursprüngliche Operationsoder Verletzungsgebiet nicht und bilden sich nach einiger Zeit oft spontan zurück, sodass nicht immer eine Narbenkorrektur erforderlich ist.
Keloide entstehen aufgrund einer entsprechenden Veranlagung und können auch durch beste Operationstechnik nicht vermieden werden.
Im Gegensatz zur hypertrophen Narbe entsteht das Narbenkeloid bei verzögerter oder nach Abschluss der primären Wundheilung. Keloide können ungebremst und krebsscherenartig über die ursprüngliche Narbe hinaus-wuchern, sind wulstig, oft gerötet und schwer zu behandeln. Experten gehen davon aus, dass die hässlichen Wucherungen durch ein Ungleichgewicht zwischen dem Kollagenaufbau und -abbau mitbedingt sind. Keloide bilden sich nicht von allein zurück.
Narbenkeloide entstehen besonders gerne auf der Haut über dem Brustbein, am Rücken, Nacken und in der Ohr- und Bartregion und man weiß, dass Menschen asiatischer Herkunft oder Schwarzhäutige eher zu Keloiden neigen. Sind Keloide in der Vorgeschichte bekannt, soll te man von Operationen, die nicht unbedingt sein müssen, abraten.
Kann man hässlichen Narben vorbeugen?
Jede Operation hinterlässt eine Narbe, aber man kann eine Menge tun, damit sie möglichst unauffällig abheilt. Der Chirurg wird den Schnitt möglichst in die Spannungslinien der Haut oder parallel dazu legen und feines (atraumatisches) Nahtmaterial verwenden. Der Patient kann zu einer optimalen Heilung beitragen, indem er die Narbe so pflegt, wie der Arzt es ihm empfohlen hat und indem er die Narbe nicht zu früh belastet. Wichtig ist auch, die Narbe vor Sonneneinstrahlung zu schützen, weil es sonst zu Hyperpigmentierungen kommen kann. Schönheitsoperationen sind geplante Eingriffe, und man kann die Haut vor der Operation optimal vorbereiten. Auf den Heilungsverlauf wirkt es sich sehr positiv aus, wenn man bereits vor der Operation die Haut mehrmals mit manueller Lymphdrainage entstaut und entschlackt. Schon wenige Tage nach der Operation kann man erfneut vorsichtig massieren und so die Wundheilung unterstützen.
Unschöne Narben korrigieren
Auch mit modernsten Methoden lassen sich Narben nicht einfach spurlos wegzaubern, aber man kann sie in vielen Fällen deutlich unauffälliger gestalten. Wenn die sanften Methoden nicht ausreichen, stehen invasivere Maßnahmen zur Verfügung. Operative Korrekturen: Großflächige und funktionell störende Narben werden auch heute noch oft operativ korrigiert. Man kann z. B. harte und unelastische Narben, wie sie häufig nach Verbrennungen zurückbleiben, herausschneiden und gesunde Haut aus einem anderen Kör perteil auf den Defekt transplantieren. Nachteil der Methode ist eine zusätzliche Narbe an der Entnahmestelle. Die Expandermethode kommt zum Zug, wenn beispielsweise als Folge einer tiefen, vernarbenden Pilzinfektion kahle Stellen auf der behaarten Kopfhaut zurückbleiben. Diese Methode funktioniert, weil sich gesunde Haut langsam dehnen lässt: Man bringt unter die normale, behaarte Kopfhaut einen Ballon aus Silikon ein, der im Lauf mehrerer Wochen bis Monate mit Kochsalzlösung gefüllt wird. Ist die Haut genug gedehnt, kann man den Ballon entnehmen, das kahle Narbengewebe herausschneiden und mit der gesunden, behaarten Haut den Defekt auf dem Kopf decken. Allerdings erfordert diese Methode viel Geduld, und es ist nicht jedermanns Sache, monatelang mit einem auffälligen Ballon auf dem Kopf herumzulaufen. Narben, die stören, weil sie verkürzt sind oder im rechten Winkel zu den Hautspannungslinien verlaufen, kann man mit einer W- oder Z-Plastik verbessern. Dazu setzt der Arzt an der ursprünglichen Narbe zusätzliche Hautschnitte und verschiebt und vernäht die Haut so, dass die Spannung von der Narbe genommen wird. Auch mit dem Laser lassen sich verschiedene Narben unauffälliger gestalten. Akne- und Keloidnarben werden mit dem (gepulsten) CO2-Laser oder mit dem Erbium:YAG-Laser korrigiert, bei Teleangiektasien, die sich gerne auf Narben bilden, hilft der gepulste Farbstofflaser oder der Argonlaser. Narbenpigmentierungen geht der Arzt mit dem Rubin- oder mit dem Neodym:YAG-Laser an. Peelings verbessern das Erscheinungsbild flacher Narben, und die Derniabrasion kommt bei großflächigen (Akne-)Narben und bei Narben mit scharfen Rändern zum Einsatz. Oberflächliche, atrophische und eingesunkene Narben kann man korrigieren, indem man Kollagen oder Eigenfett in oder unter die Haut spritzt und so die Narbe anhebt. Allerdings hält der Effekt nur ein paar Monate an, dann muss erneut gespritzt werden. Injizierbare Fremdmaterialien lehnen wir wegen der Risiken und Komplikationen ab. Wir verwenden ausschließlich biologische Materialien wie Hyaluronsäure, Kollagen und Eigenfett. Kortisoninjektionen helfen z. B. bei Aknenarben und auch bei Keloiden. Gerade bei den problematischen Keloiden, die zu Rezidiven neigen, müssen oft mehrere Behandlungsmethoden miteinander kombiniert werden, bis man ein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht. Nicht jeder Patient, der an entstellenden Narben leidet, kann sich zu einer invasiven Narbenkorrektur durchringen. Für diese Menschen stellt die Camouflage eine gute (vorläufige) Möglichkeit dar, ihr Problem zu kaschieren. Voraussetzung für ein gutes Camouflage-Ergebnis ist allerdings, dass die überschminkten Narben nicht zu tief und zu unregelmäßig sind.
Wie kann man Narben korrigieren?
Konservative (sanfte) Methoden
• Wundauflagen (z. B. mit Silikongel oder Kortison)
• Kompressionsverbände
• Narbengele, Allantoin u.a.
• Iontophorese (z. B. mit Tretinoin oder Östriol)
• Peelings • Mikroabrasion (Hautabschleifung mit Aluminiumkristallen) Invasive (eingreifende) Methoden
• Operationen (Hauttransplantationen, W-oder Z-Plastik, Lappenplastik, Expandermethode)
• Dermabrasion
• Lasertherapie
• Kortisoninjektionen
• Stark wirksame Peelings
• Implantation von Eigenfett, Gore-Tex etc.
• Kryotherapie
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