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Eine ganz schmale Taille - aber eine hässliche Reithosendeformität; oder ein junges Gesicht -aber ein unschönes Doppelkinn. Es gibt umschriebene Fettpolster, die sich hartnäckig jeder Form von Diät, Sport oder Fitnesstraining widersetzen. Schuld daran ist oft eine familiäre Veranlagung.
Was kann korrigiert werden?
Solche sport- und diätresistenten Problemzonen findet man bei Frauen an Hüfte, Gesäß, Oberschenkel (Reithose), Knie, Unterschenkel und Fesseln, aber auch am Kinn und an den Oberarmen. Männer leiden eher an lästigem Hüftspeck, an einem Kugelbauch oder Doppelkinn. Für diese Problemzonen ist die Fettabsaugung (Liposuktion, Body-Contouring) gedacht -und nicht, um auf bequeme Weise generalisiertes Übergewicht loszuwerden! Bei der Liposuktion wird das subkutane Fett abgesaugt, also das Fett zwischen Haut und Muskulatur. Fettgewebe in der Bauchhöhle ist einer Absaugung natürlich nicht zugänglich.
So wird's gemacht
Die Methode der Fettabsaugung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher war für diesen Eingriff eine Vollnarkose nötig, und man saugte mit dicken Kanülen, die einen Durchmesser von 10 mm und mehr aufwiesen, das Fett ab. Nachteile der Methode: Es kam oft zu Blutungen, und eine gleichmäßige Absaugung war sehr schwierig, weshalb die Haut nach der Liposuktion gar nicht so selten unschöne Dellen aufwies. Auch die Ultraschallabsaugung mit etwas dünneren Kanülen brachte nicht den erhofften Durchbruch. Die Hitzeentwicklung durch den Ultraschall führte zu unerwünschten Störungen und Nebenwirkungen, und eine bestehende Cellulite konnte mit dem Verfahren ebenfalls nicht zufriedenstellend gebessert werden.
Überzeugende Ergebnisse durch TumeszenzAbsaugung.
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Einen großen Fortschritt brachte dagegen die Tumeszenz-Absaugmethode (s. S. 79), die ursprünglich von amerikanischen Ärzten entwickelt und später modifiziert wurde. Die Tumeszenz-Lokalanästhesie hat sich heute für die Liposuktion in vielen Kliniken durchgesetzt. Zunächst zeichnet der Operateur am stehenden Patienten an, wo wie viel Fett entfernt werden soll. Dann wird die Tumeszenz-Lösung in die Problemzonen eingespritzt, was je nach Größe des abzusaugenden Areals mehrere Stunden dauern kann. Bei manchen Patienten sind bis zu 61 Tumeszenz-Lösung notwendig! Nach einer Einwirkzeit, in der die injizierte Flüssigkeit die Fettzellen aus dem Bindegewebe löst, saugt man das Fett mit 1 bis 3 mm dünnen Kanülen ab. In einer Sitzung kann man bis zu 61 Fett entfernen und kosmetisch sehr zufriedenstellende Ergebnisse erreichen - auch bei Patienten, die nicht mehr ganz jung sind. Als angenehmer Nebeneffekt einer Liposuktion bessert sich oft auch eine Cellulite ganz wesentlich. Insgesamt steht mit der Tumeszenz-Liposuktion ein zeitintensives, aber sehr effektives Verfahren zur Verfügung. Für die Liposuktion sind nur 3 mm lange Einstiche notwendig, die wir an möglichst versteck ten Körperstellen setzen. Diese Stiche werden nicht genäht, sondern mit Pflaster geklebt, die der Patient nach 8 Tagen selbst entfernen kann. Damit im Gewebe verbliebene Restflüssigkeit herauslaufen kann, lassen wir den Patienten nach der Operation abwechselnd eine Stunde lang gehen und eine Stunde lang ruhen. Am Tag nach dem Eingriff wechseln wir den Verband, und danach kann der Patient nach Hause gehen. Um Infektionen vorzubeugen, geben wir schon am Tag vor der Operation ein Antibiotikum, das der Patient auch noch 6 Tage nach dem Eingriff einnimmt. Damit sich die Haut der neuen Körpersilhouette rasch und gut anpasst, muss der Patient in den ersten 8 Tagen nach dem Eingriff Tag und Nacht ein straffes Mieder tragen. In den folgenden 4 Wochen sollte dieses Mieder weiterhin so oft wie möglich angelegt werden. Durch professionelle Nachsorge (s. S. 129 f.) unterstützt man ein optimales Operationsergebnis.
Was bedeutet Tumeszenz-Lokalanästhesie?
Bei der üblichen örtlichen Betäubung, die man z. B. braucht, wenn ein Zahn gezogen oder ein kleiner Hauttumor entfernt werden muss, werden nur wenige Milliliter eines Lokalanästhetikums (eventuell in Kombination mit einem gefäßverengenden Mittel) ins Gewebe gespritzt. Im Gegensatz dazu verwendet man bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie mehrere Liter physiologische Kochsalzlösung, der man ein lokales Betäubungsmittel, ein gefäßverengendes Mittel (verhindert große Blutergüsse) und Eikarbonat (bessert die Diffusion des Lokalanästhetikums und die Gewebeverträglichkeit) beimengt. Tumescere ist lateinisch und bedeutet anschwellen - und damit ist auch schon beschrieben, wie die Haut aussieht, wenn man die Tumeszenz-Lösung injiziert hat. Die Tumeszenz-Lokalanästhesie wird heute sehr gerne verwendet, wenn Fett abgesaugt werden soll. Sie kommt aber auch für andere Eingriffe in frage, z. B. wenn Krampfadern operiert oder viele Lipome entfernt werden sollen. Die Tumeszenz-Lokalanästhesie ist risikoärmer und besser verträglich als eine Allgemeinnarkose. Wir haben eine spezielle, schonende Methode entwickelt, bei der wir mit ganz wenig Lokalanästhetikum und Adrenalin auskommen .
Muss man mit Komplikationen rechnen?
Auch wenn die Tumeszenz-Liposuktion sehr gute Ergebnisse bringt, ist sie nicht ganz gefahrlos. Ein Risiko stellt die Anästhesie dar (Allergiegefahr, mögliche Komplikationen durch das in großen Mengen verabreichte Lokalanästheti kum). Wie bei jeder anderen Operation kann es auch bei der Liposuktion zu Blutungen, Infektionen und Narben kommen. Infektionen wirken wir mit einem Antibiotikum entgegen und die Gefahr der Narbenbildung minimieren wir, indem wir nur ganz kleine Stiche setzen. In seltenen Fällen kam es bei Fettabsaugungen zu Thrombosen und Embolien. Deshalb führen wir bei Patienten, die bekanntermaßen zu Thrombosen und Embolien neigen, keine Liposuktion durch. Wichtig ist, dass der Patient nach der Liposuktion zumindest eine Nacht stationär bleibt und überwacht wird, damit eventuelle Störungen sofort erkannt und kompetent behandelt werden können.
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