Schönheitsoperation Haartransplantation
So unterschiedlich Schönheitsideale auch sein mögen: Dichtes, glänzendes Haar gilt in allen Kulturen als erstrebenswert, weil es als Symbol für Gesundheit, Jugend und Dynamik steht. Zu allen Zeiten hat man große Anstrengungen unternommen, dem Haarausfall entgegenzuwirken. Schon die alten Ägypter empfanden es als Katastrophe, wenn das Haar immer lichter wurde. Eine Mixtur aus ziemlich unappetitlichen Zutaten (gemahlene Hundepfoten, Eselshufe, Datteln u.a.) sollte die Haare wieder sprießen lassen. Half das nicht, griff man auf kunstvolle Perücken zurück. Auch in unserer Gesellschaft, in der jugendliches Aussehen eine so große Rolle spielt, gilt dichtes, gesundes Haar als großer Pluspunkt. Untersuchungen in den USA ergaben, dass Politiker mit einem dichten Haarschopf viel bessere Chancen haben gewählt zu werden als Konkurrenten mit schütterem Haar oder gar mit Glatze. Schönes Haar verschafft Vorteile — beruflich und privat! Wer schönes Haar hat, darf nicht nur im Berufs-, sondern auch im Privatleben und insbesondere bei der Partnerwahl mit Vorteilen rechnen. Obwohl in den westlichen Ländern etwa jeder zweite Mann vom Haarausfall betroffen ist, leiden gerade junge Männer massiv, wenn ihr Haar schütter wird oder gar auffällige Kahlstellen entstehen. Sie fühlen sich unsicher und unattraktiv, müssen oft üble Scherze Gleichaltriger über sich ergehen lassen und werden von anderen für älter gehalten, als sie es tatsächlich sind. Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben, z. B. verschiedene dermatologische und internistische Erkrankungen. Eine ganze Reihe von Medikamenten kann als Nebenwirkung Haarausfall verursachen - zum Glück wachsen die Haare aber meist wieder nach, wenn man das Medikament absetzt. Die häufigste Form des Haarausfalls ist die so genannte androgenetische Alopezie, der Haarausfall vom männlichen Typ. Betroffen sind insbesondere Männer, aber auch Frauen können darunter leiden. Die androgenetische Alopezie kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Eine zurückweichende Haarlinie oder Geheimratsecken sind oft das erste Warnzeichen. Dann wird das Haar am Oberkopf schütter, bis sich schließlich eine Glatze entwickelt. Endstadium der androgenetischen Alopezie ist ein Haarkranz, der am Hinterkopf stehen bleibt. Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der androgenetischen Alopezie spielt das Hormon Dihydrotestosteron, das unter dem Einfluss eines bestimmten Enzyms aus dem männlichen Sexualhormon Testosteron gebildet wird. Dihydrotestosteron führt dazu, dass die Haare an ganz bestimmten Stellen - z. B. über der Stirn, an den Schläfen, im Scheitelbereich - immer dünner, heller und kürzer werden und schließlich ausfallen. Schuld am Haarausfall: Dihydrotestosteron. Zum Glück kann das Dihydrotestosteron seine negative Wirkung nicht auf alle Haarfollikel ausüben. Die Haare am Hinterkopf sind gegen das Hormon resistent. Das erklärt auch, warum Haare, die man aus dem Hinterkopf entnimmt und auf kahle Stellen transplantiert, später nicht mehr ausfallen. Dass Männer mit Glatze besonders gute Liebhaber sind, ist übrigens ein Ammenmärchen. Sie weisen keine erhöhten Sexualhormonspiegel im Blut auf, sondern haben lediglich besonders androgenempfindliche Haarfollikel. Gegen Haaraus fall gibt es drei Strategien: Medikamente, Perücken oder die Haartransplantation. Ein Haarteil oder eine Perücke sind sicher die schnellste Möglichkeit, Haarausfall zu verbergen. Allerdings sieht ein solches Hilfsmittel nicht immer natürlich aus, und viele Männer lehnen ein Haarteil für sich ab. Die meisten Haarwässer, Shampoos und anderen Präparate, die gegen Haarausfall angeboten werden, zeigen - wenn überhaupt - nur mäßige Erfolge. Das vielversprechendste Medikament, das in großen Studien wissenschaftlich untersucht und bei uns vor kurzem zugelassen wurde, ist das Finasterid, das die Entstehung des für die Haarfollikel ungünstigen Hormons Dihydrotestosteron unterbindet. Finasterid darf nur von Männern eingenommen werden. In verschiedenen Untersuchungen konnten Wissenschaftler zeigen, dass das Medikament bei den meisten Männern den Haarausfall stoppen und bei einem Teil der Betroffenen sogar neues Haarwachstum anregen kann. Finasterid wirkt aber nur, solange man es einnimmt. Setzt man das (relativ teure) Medikament ab, fallen die Haare wieder aus. Für Männer, die weder eine Perücke tragen, noch jahrelang Tabletten schlucken möchten und für Männer, die auf Medikamente gar nicht ansprechen, kommt eine Haartransplantation infrage. Ein solcher Eingriff führt zu einem natürlichen Aussehen, ist im Gegensatz zur Perücke bei Sport und körperlichen Aktivitäten nicht hinderlich und löst das Problem dauerhaft. Was kann korrigiert werden? Ziel ist es, kahle Kopfhautstellen kleiner und unauffälliger zu gestalten, bzw. mit Haar zu decken. Dazu gibt es verschiedene Methoden Am wenigsten belastend und am beliebtesten ist heute die freie Transplantation von Eigenhaar. Für ein gutes kosmetisches Ergebnis ist die Haardichte auf der vorderen Kopfhälfte besonders wichtig, denn diese Haare springen dem Betrachter sofort ins Auge (Kommunikationsebene). Vor dem Eingriff legt der Operateur die neue Haarlinie über der Stirn fest, und dafür ist sehr viel Fingerspitzengefühl notwendig: Damit das Ergebnis natürlich aussieht, darf der neue Haaransatz gerade bei älteren Patienten nicht zu tief angesetzt werden. Zur Haartransplantation melden sich überwiegend Männer an. Selbstverständlich kann der Eingriff aber auch bei Frauen mit entsprechend ausgeprägtem Haarausfall vorgenommen werden. So wird's gemacht Es gibt verschiedene operative Möglichkeiten, kahle Stellen zu behandeln. Fehlen die Haare auf dem Oberkopf vollständig, schlagen manche Operateure ihren Patienten die Hautausschneiduno, vor: Die kahle Kopfhaut wird ausgeschnitten und die Glatze dadurch verkleinert. Was bleibt, sind mehr oder weniger auffallende Narben. Bei der Expandermethode setzt man unter die haartragende Kopfhaut einen Silikonballon ein, der mit Kochsalzlösung immer praller gefüllt wird. Die Haut über dem größer werdenden Ballon dehnt sich im Lauf mehrerer Monate zunehmend, sodass man schließlich den Ballon herausoperieren und eine Teilglatze decken kann. Auch bei diesem Eingriff bleiben natürlich Narben zurück. Großer Nachteil der Methode ist der entstellende, für jedermann gut sichtbare Ballon auf dem Kopf, der monatelang getragen werden muss, sodass dieses Verfahren für viele Patienten indiskutabel ist. Auch mit haartragenden l(opfliautiappen ist es möglich, eine Glatze zu korrigieren. Bei diesem Eingriff entnimmt man einen mehrere Zentimeter breiten Hautlappen und schwenkt ihn so, dass er kahle Stellen bedeckt. Narben entstehen nicht nur beim Einnähen des Lappens an der Empfängerstelle, sondern natürlich auch am Entnahmeort. Für diese Operation ist eine Vollnarkose und ein mehrtägiger Klinikaufenthalt notwendig. An vielen Kliniken hat sich zur Behandlung der Alopezie heute die freie Haartransplantation durchgesetzt, weil sie zu den besten kosmetischen Ergebnissen führt und ambulant in örtlicher Betäubung vorgenommen werden kann. Beliebtestes Verfahren: die freie Haartransplantation. Für die Haartransplantation entnimmt der Operateur einen Hautstreifen aus dem Haarkranz am Hinterkopf, der nur so breit sein darf, dass sich die Haut problemlos und ohne Spannung zusammennähen lässt. Mehrere tausend Haarfollikel befinden sich auf diesem Spender-Hautlappen, der nun in sorgfältiger Feinarbeit in kleine Transplantate zerlegt wird. So genannte Mikrotransplantate (Micrografts) enthalten nur 1 bis 2 Haarfollikel, Minitransplantate (Minigrafts) dagegen 3 bis 5. Während mehrere Assistenten die winzigen Transplantate präparieren, bereitet der Chirurg die Empfängerstelle vor. Die Transplantate werden in kleine Löcher oder Schlitze auf die kahle Kopfhaut aufgebracht und mit Fibrinkleber befestigt. Damit später nicht der Eindruck von Büschelhaaren entsteht, verwendet der Operateur an der Stirngrenze Mikrotransplantate und dahinter erst Minitransplantate, die für die notwendige Haarfülle sorgen. Erfahrene Teams schaffen es, während des ca. 2 bis 4 Stunden dauernden Eingriffs etwa 1000 Transplantate zu verarbeiten. Erste Haarwäsche schon nach 3 Tagen. Manche Chirurgen legen nach der Operation für wenige Tage einen Verband an, wir verzichten darauf. Schon am ersten Tag nach dem Eingriff darf der Patient wieder leichte Arbeiten verrichten und nach 3 Tagen darf das Haar gewaschen werden. Die kleinen Krusten, die sich an den Einpflanzungsstellen bilden, fallen nach 4 bis 14 Tagen von alleine ab. Bis der Patient wieder voll gesellschaftsfähig ist, dauert es - je nach Aus dehnung- der Kahlfläche und nach Fortschreiten des Heilungsprozesses - etwa 7 bis 14 Tage. Neu eingepflanzte Haare fallen nach der Operation zunächst oft aus! Der Patient muss vor der Operation unbedingt darüber aufgeklärt werden, dass die neu implantierten Haare nach der Abheilungsphase zunächst ausfallen können. Weiß er das nicht, wird er die Transplantation als Misserfolg verbuchen. Ein zuverlässiger und kontinuierlicher Haarwuchs setzt wenige Monate nach der Operation ein. Erreicht man die gewünschte Haardichte in einer Sitzung nicht, kann man frühestens 3 bis 6 Monate später erneut transplantieren. Wir raten unseren Patienten, vor einer Haartransplantation die Haare möglichst lang wachsen zu lassen. So kann die Entnahmestelle durch das Resthaar gut überdeckt werden. Wichtig ist auch, dass der Patient vor der Operation keine Medikamente einnimmt, die Acetylsalicylsäure enthalten (z. B. Cardioprotect®, Spalt®, Aspirin'), weil das Blut dadurch verdünnt wird und Nachblutungen auftreten können. Was nach der Operation zu beachten ist. Muss man mit Komplikationen rechnen? Kunsthaar, das man früher häufiger verwendete, wurde vom Körper oft abgestoßen. Entzündungen und Narben waren die Folge. Heute arbeitet man in aller Regel mit Eigenhaartransplantaten, bei denen Abstoßungsreaktionen praktisch nicht vorkommen. Allerdings können etwa 2 Tage nach der Operation Schwellungen im Stirn- und Augenbereich auftreten, die das Haarwachstum aber nicht beeinträchtigen. Gefühlsstörungen oberhalb der Spenderregion und im Implantationsgebiet sind häufig, vergehen aber nach einigen Monaten von selbst.
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