Schönheitsoperation Faltenkorrektur
Jugendlichkeit, Schönheit, Dynamik und Vitalität sind in unserer Gesellschaft so gefragt wie nie zuvor - beruflich und privat. Zwar nehmen mit dem Alter unsere inneren Werte wie Reife und Gelassenheit zu, doch das sieht man uns von außen nun einmal nicht an, wie kürzlich eine bekannte Anti-Aging-Expertin treffend bemerkte. Es gibt kaum jemanden, der beim Anblick seines zunehmend faltiger werdenden Spiegelbilds gleichgültig bleibt. Während früher vor allem Frauen jung und schön aussehen mussten und Männer eher leistungs- und erfolgsorientiert lebten, melden sich in den letzten Jahren vermehrt auch Männer in ästhetischen Kliniken und Praxen zur Faltenkorrektur an. Auch sie geraten zunehmend unter Druck, gut aussehen zu müssen, vor allem dann, wenn sie in der Öffentlichkeit stehen oder im Beruf mit jüngeren Kollegen Schritt halten müssen.
Gegen Falten helfen Kosmetika nur bedingt. Falte ist nicht gleich Falte. Mit kosmetischen Mitteln kann man lediglich Trockenheitsfältchen (Knitterfalten) wirksam bekämpfen, die durch Austrocknung der Hornschicht entstehen. Mirnische Falten prägen sich vor allem dort aus, wo die mimische Gesichtsmuskulatur besonders dicht unter der Haut liegt: also um Mund und Augen und auf der Stirn. Mit Hilfe der apparativen Kosmetik kann man sie für eine gewisse Zeit abmildern. Orthostatische Falten sind die typischen Altersfalten, die entstehen, wenn die Haut an Elastizität verliert. Die Haut dehnt sich und folgt der Schwerkraft nach unten: Augenbrauen rutschen tiefer, die Augenlider hängen, und die Wangen- und Kinnpartie sackt ab. Was kann man vorbeugend gegen Falten tun? Ob jemand früher oder später Falten bekommt, lässt sich nur bedingt beeinflussen, denn auch für den Alterungsprozess spielen die Erbanlagen eine wichtige Rolle (intrinsisches Altern). Für die Faltenentstehung ist z. B. die Dicke der Haut von Bedeutung. Asiaten, die eine wesentlich dickere Haut haben als Europäer, bekommen später Falten; Frauen, die dünnhäutiger sind als Männer, wirken häufig älter als gleichaltrige Männer. Und besonders rasch altert atrophische Haut. Dennoch lässt sich mit einer vernünftigen Lebensweise einiges gegen die (extrinsische) Hautalterung tun. Hautfeind Nummer eins ist die Sonne. Häufige Sonnenbäder ohne ausreichenden Lichtschutz oder ein Dauer-Abonnement im Solarium beschleunigen die Faltenbildung rasant. Die Braunen von heute sind die Dörrpflaumen von morgen, heißt es unter Schönheitsexperten. Aiso: nur gut geschützt in die Sonne und aufs Solarium besser verzichten. Ein weiterer wichtiger Schönheitskiller sind zu wenig Schlaf und das Rauchen, weil es die Hautdurchblutung drosselt, die Faltenbildung fördert und die Haut fahl oder grau aussehen lässt. Sport und Bfewegung möglichst an der frischen Luft, eine konsequente, dem jeweiligen Hautzustand entsprechende Hautpflege und gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, wenig (tierischem) Fett, Zucker und Weißmehlprodukten fördern die Schönheit genauso wie eine ausreichende Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit - von innen und von außen. Nicht zuletzt hilft auch eine positive Lebensgestaltung, mürrische Gesichtsfalten zu vermeiden. Störende Falten korrigieren Bei wirklich stark ausgeprägten, tiefen Falten oder wenn die gesamten Gesichtskonturen abgesackt sind, bringt nur das Face-Lifting durchgreifenden Erfolg. je nach individuellem Befund wird der Chirurg eher zu einem Mini-Lifting oder zu einem großen Ein- griff raten. Stört vor allem eine stark gealterte Stirn, lässt sich das Problem mit einem (endoskopischen) Stirn-Lifting beheben. Und wenn das müde Aussehen auf Tränensäcke oder hängende Oberlider zurückzuführen ist, kann eine Korrektur des Oberlids oder des Unterlids Abhilfe schaffen. Faltenkorrektur - auch ohne Messer. Doch längst nicht alle Falten müssen mit dem Skalpell - das ja immer Narben hinterlässt -bekämpft werden. Mit dem Laser kann man Fältchen in einzelnen Gesichtspartien bekämpfen oder auch im gesamten Gesicht ein Skin-Resurfacing durchführen. Eine zusätzliche Laserbehandlung kann auch die Ergebnisse eines Face-Liftings deutlich verbessern. Verschiedene Peeling-Verfahren glätten Falten im gesamten Gesicht, und auch die Dermabrasion hat ihren Platz in der Faltenbehandlung. Die Hautabschleifung wird z. B. gerne herangezogen, wenn unschöne Oberlippen-Fältchen beseitigt werden sollen. Falten einfach wegspritzen? Man kann Falten auch zum Verschwinden bringen, indem man sie mit Eigen- oder Fremdmaterial unterpolstert. Diese Methode kommt für Patienten infrage, die sich nur durch einzelne, tiefe Falten in ihrem Gesicht gestört fühlen. Sehr häufig wird z. B. eine ausgeprägte Nasolabialfalte durch Unterspritzen behandelt. Falten können mit verschiedenen Materialien aufgefüllt werden. Sehr beliebt ist das aus Rinderhaut gewonnene Kollagen. Dabei sollte man nur Präparate verwenden, die aus USA kommen und von der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) geprüft und BSE-frei sind. Da es sich um ein Fremdeiweiß handelt, muss man vor der Faltenkorrektur unbedingt testen, ob der Patient die Substanz auch verträgt. Dazu spritzt man eine kleine Dosis Kollagen in den Unterarm des Kandidaten und wartet ab, ob er in den nächsten 4 Wochen allergische Erscheinungen an dieser Stelle entwickelt. Wenn nicht, kann man das Kollagen unter die Falten spritzen und den Patienten dabei mitbestimmen lassen, wie stark korrigiert werden soll. Nach einigen Wochen sollte man die Prozedur wiederholen. Anders als nach einer Laser-Behandlung oder nach einer Dermabrasion ist der Patient nach einer Kollageninjektion sofort gesellschaftsfähig. Allerdings hält der positive Effekt des Kollagens nur etwa 6 bis maximal 24 Monate an. Dann ist das Kollagen vom Körper abgebaut und neue Injektionen werden fällig. Patienten mit einer Eiweißallergie, die Kollagen nicht vertragen, können mit Hyaluronsäure behandelt werden; der Effekt hält ähnlich lange an. fFäden aus Gore-Tex dienen in erster Linie zur Lippenvergrößerung, man kann mit ihrer Hilfe aber auch Falten unterpolstern. Um den GoreTex-Faden unter die Falte zu fädeln, ist eine lokale Betäubung notwendig. Die meisten Patienten vertragen Gore-Tex gut, einige klagen jedoch über ein Fremdkörpergefühl. Eigenfett als Mittel zur Faltenkorrektur kommt z. B. bei Patienten infrage, die Kollagen nicht vertragen. Körpereigenes Fett wird aus dem Gesäß oder Bauch entnommen, gereinigt und unter die störenden Falten gespritzt. Nachteil der Methode: Der Körper baut Eigenfett ziemlich rasch ab, sodass Wiederholungsbehandlungen notwendig werden. Polymethylmethacrylat-Kügelchen verwenden wir nicht, weil es um die injizierten Partikel herum zu Verhärtungen kommen kann und weil Spätkomplikationen nicht auszuschließen sind. Botulinustoxin - das Anti-Falten-Gift. Botulinustoxin ist ein Gift, das von dem Bacterium Clostridium botulinum gebildet wird. Weil das Gift zur Lähmung von Muskeln führt, wird es in der Medizin seit Jahrzehnten zur Behandlung des Schielens eingesetzt: Man spritzt Botulinustoxin in die Augenmuskeln, die für das Schielen verantwortlich sind und kann so die Augenfehlstellung bekämpfen. Seit einigen Jahren verwendet man Botulinustoxin zunehmend in der ästhetischen Medizin, um Kämpferfalten auf der Stirn und unschöne Krähenfüße am Augenaußenwinkel zu beseitigen. Falten über der Nasenwurzel (Glabellafalten) geben dem Gesicht ein kämpferisches oder auch grimmiges Aussehen und wirken auf die Umwelt nicht gerade anziehend. Um diese ungünstigen Falten zu glätten, wird Botulinustoxin oberhalb der Augenbraue bis zur Nasenwurzel an verschiedenen Punkten injiziert, um die für die Kämpferfalten verantwortlichen mimischen Muskeln zu lähmen. Nach einer gelungenen Behandlung ist es dem Patienten nicht mehr möglich, die Stirn zu runzeln, und der Gesichtsausdruck wird insgesamt freundlicher. Auch Krähenfüße, die sich beim Lachen deutlich verstärken, lassen sich mit Botulinustoxin glätten, und manche Ärzte spritzen das Schönheits-Gift auch in den Hals, wenn einzelne Stänge des Platysma (Hautmuskel am Hals) unschön sichtbar werden. Allerdings hält die Wirkung des Botulinustoxins nur etwa 4 bis 6 Monate an, dann muss die Injektion wiederholt werden. Im Allgemeinen wird das Toxin gut vertragen. Bei falscher Injektionstechnik kann es zu vorübergehendem Hängen der Augenbraue und des Oberlids oder zu Doppelbildern kommen
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