Schönheitsoperation Dermabrasion
Die Dermabrasion (Hautabschleifung, Frästherapie) wird seit Jahrzehnten praktiziert, sie ist also eine relativ alte Methode. Durch Abtragen der obersten Hautschichten kann man das Erscheinungsbild von Narben bessern, kleine Falten korrigieren oder verschiedene Hautveränderungen behandeln. In der Anfangszeit der Dermabrasion arbeitete man unter anderem mit Sandpapier, heute verwenden die meisten Operateure elektrisch oder CO2-betriebene hochtourige Handmaschinen, die bis zu 60 000 Rotationen pro Minute bringen. Man schleift die Haut z. B. mit Diamantfräsen ab, das sind Stahlräder, die mit Diamantpartikelchen bestückt sind. Die Partikelgröße kann variieren, sodass Fräsen unterschiedlicher Rauigkeit zur Verfügung stehen. Manche Ärzte bevorzugen zum Abschleifen Bürsten, doch hier ist sehr viel Erfahrung und Sorgfalt notwendig, denn mit rotierenden Bürsten erreicht man schnell tiefe Hautschichten. Seit einigen Jahren stehen auch Abrasionsgeräte zur Verfügung, die unter hohem Druck sterile Mikrokristalle auf die veränderte Haut schleudern und so zu
einer Abschürfung führfen. Bei diesem Verfahren sind oft mehrere Behandlungen notwendig, bis man den gewünschten Effekt erhält. In den letzten Jahren hat die Dermabrasion durch den Laser Konkurrenz bekommen. Laserbehandlungen sind weniger schmerzhaft als die klassische Hautabschleifung und man muss beim Lasern auch nicht mit Nachblutungen rechnen. Trotzdem hat die Hautabschleifung nach wie vor ihre Berechtigung. Wir behandeln beispielsweise kleine Fältchen um die Oberlippe gerne mit Dermabrasion, da hier bessere Ergebnisse als mit dem CO2-Laser erzielt werden. Was kann korrigiert werden? Zu den klassischen Indikationen der Frästherapie zählt die Behandlung von Aknenarben. Gerade Aknenarben, die höher sind als die umgebende Haut, lassen sich mit der Dermabrasion gut an das übrige Hautniveau anpassen. Narben, die durch Unfälle oder Operationen entstanden sind, können etwa 6 Wochen nach der Entfernung der Fäden abgeschliffen werden. Wartet man zu lange, bringt die Dermabrasion keine guten Ergebnisse mehr. Mit der Dermabrasion lassen sich kleine Falten korrigieren und Tätowierungen entfernen. Auch übermäßige Verhornungen, bestimmte Nävi und sogar das Rhinophym (Knollennase bei männlichen Patienten mit Rosazea) können abgeschliffen werden. Patienten mit dunkler oder olivfarbener Haut sollten besser nicht dermabradiert werden, weil es leicht zu Pigmentverschiebungen kommen kann. Auch Veränderungen der Nackenhaut und Verbrennungsnarben sind für eine Dermabrasion nicht geeignet. So wird's gemacht Für die Dermabrasion genügt oft eine lokale Betäubung, ein zusätzliches Beruhigungsmittel nimmt dem Patienten Angst und Verspannungen. Viele Behandler wenden heute auch bei Hautabschleifungen die Tumeszenz-Anästhesie an. Die Dermabrasion kann nur auf gespannter Haut durchgeführt werden: Ein Assistent spannt die zu behandelnden Hautareale, wäh rend der Operateur die Handmaschine führt. Alternativ kann man auch auf vorgefrorener Haut arbeiten. Um Infektionen durch abgefräste Hautpartikel zu vermeiden, müssen sich Operateur und Assistent nicht nur mit den üblichen Operationshandschuhen, sondern auch mit Gesichtshelmen schützen. Viele Operateure markieren mit Farbstoff die Hautpartien, die abgefräst werden sollen. Für ein gutes kosmetisches Ergebnis ist es wichtig, die Obergänge zwischen gefräster und normaler Haut weich zu gestalten, sonst wird später deutlich sichtbar, welche Areale behandelt wurden und welche nicht. Nach der Dermabrasion kann man die Haut mit antibiotischen Salben und Fettgaze bedecken oder aber synthetische Wundfolien verwenden, die auch die Abheilung beschleunigen. Nach etwa 8 bis 10 Tagen fällt der Wundschorf ab. Weil die neue Haut gerötet und sehr empfindlich ist, sollte man 3 bis 6 Monate direkte Sonneneinstrahlung meiden . Muss man mit Komplikationen rechnen? Wenn zu tief geschliffen wird, können bei der Dermabrasion prinzipiell Narben entstehen. Arbeitet der Arzt dagegen zu oberflächlich, wird sich das Hautbild nicht durchgreifend bessern. Deshalb sollte man sich zur Dermabrasion auch nur einem sehr erfahrenen Arzt anvertrauen. In seltenen Fällen werden Infektionen beobachtet. Problematisch können Pigmentstörungen (Hyper- und Hypopigmentierungen) nach dem Hautabschleifen sein. Hyperpigmentierungen bilden sich oft innerhalb einiger Monate zurück, was man durch hydrochinonhaltige Salben beschleunigen kann.
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